Ausbildung/Handwerk

Brotbackkurs der Bio-Bäckerei Stöcher

Was macht eine ausgelernte Bäckerin in einem Brotbackkurs für Anfänger, fragt ihr euch? Eine gar nicht so uninteressante Frage. Aber mal von Anfang an.

Eines schönen Nachmittags vor etwa einem Monat war ich im Nachbarort unterwegs, in dem auch die Bio-Bäckerei Stöcher beheimatet ist. Dort, vor dem Eingang zum Café, fiel mir dann ein Aufsteller ins Auge. Einen Brotbackkurs für Interessierte, auch ohne Vorkenntnisse, wurde dort beworben. Und weil man ja nie auslernt, und auch dort in der Bäckerei nur mit Biozutaten gearbeitet wird, meldete ich mich kurzerhand an. Ein kurzer Anruf genügte.

Am 25. Februar (ein Montag) war es dann soweit. Um 12:45 Uhr war der Treffpunkt im Café. 18 Teilnehmer können pro Kurs mitmachen, und die Plätze waren auch immer restlos weg. Zu Beginn gab es eine kleine Einführung in die Geschichte und Philosophie der Bäckerei vom Chef persönlich. Ausgestattet mit einer nagelneuen Schürze ging es dann in die Backstube.

Zuerst wurde der Teig für ein Hausbrot zubereitet, und dabei erklärt, wie sich die einzelnen Bestandteile auf das Endprodukt auswirken. Anschließend wurde er auch gleich verarbeitet, und zum rasten stehen gelassen.

In der Zwischenzeit gingen wir dann über zum Gebäck. Mehl, Milch, Butter, Honig, Wasser, Hefe und etwas Salz – mehr braucht es nicht für einen feinen Weizenteig. Flesserl, Salzstangerl, Handsemmerl und Kutscherweckerl wurden vom Bäckermeister vorgezeigt und von uns nachgemacht. Dabei ließ sich auch nicht ganz verbergen, dass ich nicht zum ersten Mal in einer Backstube war. Kurz darauf wurde ich auch schon von ein paar Teilnehmern um Hilfe gebeten. Aber ich muss ehrlich zugeben, das Gebäck von einigen Teilnehmern (die das zum ersten Mal machten) sah besser aus, als das was ich am Anfang meiner Lehrzeit fabriziert habe.

In der Zwischenzeit kam das Brot aus dem Ofen. Begeistert wurde das Endprodukt von den Teilnehmern begutachtet. Das Weizengebäck, das von jedem nach Lust und Laune bestreut werden konnte, kam anschließend zum Backen dran. Währenddessen wurde das frische Brot verkostet und genossen. Dabei wurde einem auch bewusst, dass das Handwerk der Bäckerei und die erzeugten Produkte nicht mehr viel Wertschätzung erhalten.

Als dann auch das Gebäck fertig war, konnten alle ihre Meisterwerke bewundern. Das hergestellte Gebäck und auch das Brot durften wir mit nachhause nehmen.

Zum Abschluss des Kurses wurden jedem Teilnehmer ein „Meisterbrief“ ausgestellt.

 

Mein Fazit: Ein sehr spannender und kurzweiliger Kurs für diejenigen, die Interesse an Selbstgebackenem haben. Man kann Herrn Karl Stöcher mit Fragen löchern, und er beantwortet sie ehrlich und leicht verständlich. Es freut mich, dass in sovielen Menschen die Lust aufs Backen wieder geweckt wird. Das Bäckerhandwerk liegt nicht sehr weit vorne, wenn es um die Berufswahl geht, daher finde ich ja alles gut, was „Werbung“ für diesen Beruf macht.

 

Einige Fakten:

Der Kurs findet etwa alle 2 Monate statt. Informationen zum nächsten Termin findet ihr auf der Webseite.

Dauer: ab 12:45 Uhr bis ca. 16:00 Uhr

Der Kurs kostet 39€, dazu bekommt ihr eine Schürze, das hergestellte Brot und Gebäck, ein kleines Rezeptheftchen, einen Gutschein für ein Glas Sauerteig (um sofort loslegen zu können) und ein Gärkörbchen, in dem sich auch gleich die ersten Zutaten für euer eigenes Brot befinden.

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